Inhalt
Medienmitteilung Budget 2027 mit Ertragsüberschuss – strukturelles Defizit bleibt
Erfolgsrechnung
Der Aufwand steigt gegenüber dem Budget 2026 um 6,9 Mio. CHF auf 230,8 Mio. CHF, der Ertrag sinkt um 1,0 Mio. CHF auf 237,5 Mio. CHF. Daraus ergibt sich ein Ertragsüberschuss von 6,6 Mio. CHF.
Die Grundstückgewinnsteuern sind mit 18,0 Mio. CHF budgetiert, 6,0 Mio. CHF weniger als im Budget 2026. Die neue Einschätzung erfolgte auf der Basis der vorhandenen pendenten Fälle.
Die ordentlichen Steuererträge sinken um 0,7 Mio. CHF auf 98,3 Mio. CHF. Die Steuererträge im Vorjahresbudget waren aufgrund des Rechnungsabschlusses 2024 zu positiv geschätzt worden.
In der Folge erhält die Stadt einen Ressourcenzuschuss von 5,0 Mio. CHF aus dem kantonalen Finanzausgleich. Grund dafür ist, dass ihre Steuerkraft unter 95 % des kantonalen Mittels liegt. Im Budget 2026 war kein Ressourcenzuschuss vorgesehen. Abzüglich der damit verbundenen Beiträge an die Oberstufenschule Wädenswil von 0,8 Mio. CHF verbessert der Finanzausgleich das Ergebnis um 4,2 Mio. CHF.
Im Bereich Soziales steigt der Nettoaufwand um 3,1 Mio. CHF auf 25,9 Mio. CHF. Davon entfallen 1,7 Mio. CHF auf die Sozialversicherungen und 0,5 Mio. CHF auf die gesetzliche wirtschaftliche Hilfe. In der Abteilung Gesellschaft steigt der Nettoaufwand im Bereich der Pflegefinanzierung um 0,9 Mio. CHF. Der Nettoaufwand der Primarschule steigt leicht um 0,2 Mio. CHF auf 48,5 Mio. CHF. Der Personalaufwand über alle Abteilungen hinweg steigt um 2,2 Mio. CHF auf 53,2 Mio. CHF.
Investitionsrechnung
Im Verwaltungsvermögen sind Nettoinvestitionen (Ausgaben abzüglich Einnahmen) von 41,2 Mio. CHF budgetiert (Budget 2026: 35,7 Mio. CHF). Davon sind 19,3 Mio. CHF steuerfinanziert; sie liegen damit unter dem neuen Zielwert von 21 Mio. CHF pro Jahr. Die übrigen Nettoinvestitionen betreffen die gebührenfinanzierten Eigenwirtschaftsbetriebe wie Wasser und Abwasser (7,9 Mio. CHF), Beteiligungen und Darlehen (7,0 Mio. CHF) sowie die Teilsanierung und Erweiterung der Alterssiedlung Bin Rääbe (7,0 Mio. CHF). Diese Investition soll sich über die Zeit durch Erträge selbst finanzieren.
Ins Finanzvermögen sollen 8,2 Mio. CHF investiert werden, grösstenteils für den Ersatzneubau der Mehrfamilienhäuser an der Büelenstrasse 5 und 7 (7,6 Mio. CHF).
Für Investitionen stehen der Stadt 21,6 Mio. CHF zur Verfügung, die sie im laufenden Betrieb selbst erwirtschaftet. Erfahrungsgemäss werden im Budgetjahr rund 80 % der geplanten Investitionen umgesetzt. Unter dieser Annahme können die Investitionen zu 65 % aus eigenen Mitteln finanziert werden.
Strukturelles Defizit im Steuerhaushalt
Das strukturelle Defizit zeigt, wie viel Geld dem Steuerhaushalt (allgemeiner Haushalt ohne Eigenwirtschaftsbetriebe) ohne Sondereffekte fehlt, um Investitionen im Umfang des Zielwerts von 21 Mio. CHF aus eigenen Mitteln zu finanzieren.
Im Steuerhaushalt ergeben das Jahresergebnis und die Abschreibungen einen Mittelzufluss von 16,2 Mio. CHF. Nach Abzug des überdurchschnittlichen Teils der Grundstückgewinnsteuern von 2,0 Mio. CHF bleibt eine ordentliche Selbstfinanzierung von 14,2 Mio. CHF. Bis zum Zielwert fehlen 6,8 Mio. CHF, was dem strukturellen Defizit entspricht.
Finanzpolitische Einschätzung
Die Nettoschuld im Gesamthaushalt (Fremdkapital abzüglich Finanzvermögen) steigt von voraussichtlich 28,5 Mio. CHF Ende 2026 auf 41,2 Mio. CHF Ende 2027, weil die Investitionen die selbst erwirtschafteten Mittel übersteigen. Das sind CHF 1'539 pro Einwohnerin oder Einwohner. Berücksichtigt ist, dass rund 80 % der geplanten Investitionen umgesetzt werden.
Der Stadtrat erachtet diese Nettoverschuldung als verkraftbar, da nach Abzug von Darlehen und Beteiligungen an die Alterszentrum Frohmatt AG und die Energieverbund Wädenswil AG im Steuerhaushalt ein Nettovermögen von CHF 441 pro Einwohnerin oder Einwohner resultiert. Dieses Nettovermögen wird aber aufgrund von grossen Investitionen und dem strukturellen Defizit in den nächsten Jahren zu einer Nettoschuld, womit die Ziele des Stadtrates vorübergehend verfehlt werden.
In Übereinstimmung mit seiner Finanzstrategie beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat, den Steuerfuss unverändert bei 86 % zu belassen.
